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Verfasser: Martin Hobmeier

Die Pfarrei hat gute und schlechte Zeiten erlebt. Über die guten berichten die Quellen wenig, die schlechten sind reichlich belegt: Pfarrer Georg Karl zog zur Tarnung Soldatenuniform an, um zu Beginn des 30jährigen Krieges Nachstellungen der Soldateska zu entgehen. Vom Kehrab, gegen Ende des 30jährigen Krieges wurde schon berichtet, als Massendorf und Gummering menschenleer waren.
Im Bayer.- Österr. Erbfolgekrieg wurde Loiching in die Stationierung franz. Truppen mit hineingezogen, zahlreiche Anwesen wurden zerstört. In den allgemeinen Unruhen dieser Zeit wurde Johann Georg Nagengast, Kooperator von Loiching, erstochen. In der Zeit Napoleons (um 1801) wusste die Pfarrei fast ein Jahr lang nicht, was mit ihrem Pfarrer passiert war, er war auf der Reise zu Verwandten nach Passau verschollen. Die Beschießung der Kirche in den letzten Apriltagen des Jahres 1945 stellt einen vorläufigen Schlusspunkt der schlechten Nachrichten dar. Erwähnt seien noch die Repressalien der Nationalsozialisten gegen die Priester. Gegen den Expositus von Wendelskirchen Fischl wurde 1933 ein übles Haberfeldtreiben veranstaltet, die Täter gingen straffrei aus. Gegen den Kooperator von Loiching Graf wurde mit Flugblättern und üblen, ehrabschneiderischen Gerüchten vorgegangen. Die Bedrohung des Lebens von Pfarrer Speckner wurde bereits erwähnt. Die größte Plage (neben Krankheiten, z.B. der Pest bis 1710) war seit 1590 nachweisbar die Isar. Zahlreiche Überschwemmungen pro Jahr war mit seiner ständigen Bedrohung der hölzernen Brücke, vor allem aber die ständige drohende Unterspülung des Kirchberges stellten eine permanente Gefahr dar, die das Leben der Bürger und des Pfarrers stark beeinflußten. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts und mit Errichtung der beiden Brücken vor dem ersten und nach dem zweiten Weltkrieg (zuzüglich Dammbau) konnte diese Geißel des Ortes Loiching endlich beseitigt werden.